Mein Krebsforum
Im Jahr 2007 wurde bei meiner besten Freundin die Diagnose Hautkrebs gestellt und die Nachricht hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Nicht auf die Art und Weise als wenn man selber so eine Disgnose bekommt, aber auch Verlustängste können bei Angehörige und Freunde des Krebspatienten sehr heftig sein.
Meine beste Freundin war plötzlich wie ausgetauscht und ich landete in jeden nur erdenklichen Fettnäpfchen. Als Computerfreak und Internetjunkee dachte ich mir, das es bei 200.000 neue Patienten pro Jahr, auch eine Menge an Angehörige und Freunde geben muß und ging deswegen im Internet auf die Suche. Ich suchte eine Webseite mit einen Forum oder einen Chat, wo ich mich mit anderen Angehörigen und Freunden von Krebspatienten austauschen könnte.
Zu meinen großen Erstaunen fand ich keine Webseite, die ausschliesslich für Angehörige und Freunde von Krebspatienten da war. Also ging ich in ein Forum, wo nur ein einziges Unterforum für Angehörige da war. Darüber hinaus gab es in diesen Forum auch einen Chat, wo ich sofort rein bin. Was ich da erleben musste als Angehöriger hat mein ganzes Leben verändert.

Ich habe in diesen Chat als Freund einer Krebspatientin offen über meine Gefühle und Fragen geschrieben und bin dafür von den anwesenden Patienten nicht nur komplett ignoriert worden, sondern auch bis auf die Knochen beleidigt worden. Ein anwesender Patient der nach seiner eigenen Aussage nur 6 Monate zu leben hat, wurde sehr wütend auf mich und fragte mich: Wieso ich solchen Menschen wie ihm mit so einen Sch.. die kostbare Zeit rauben würde. Ich fühlte mich schuldig und verließ den Chat und die Webseite und fragte mich selber: Wie kannst du nur Hilfe für dich selber suchen, wenn du garnicht selber von der Krankheit betroffen bist?
Nach vielen schlaflosen Nächten und ein paar Gesprächen mit anderen Angehörigen und Freunden von Krebspatienten, wurde mir deutlich klar, das die Menschen hinter den Patienten komplett alleine gelassen werden mit ihren Problemen und Gefühlen. Für mich stellte sich nach dieser Einischt nur noch eine Frage: Wie kann man diesen vielen Menschen, die genau so wie ich auf der Suche sind nach Erfahrungsaustausch, helfen?
Die Idee für ein Forum für Angehörige und Freunde von Krebspatienten war geboren und zum Glück kannte ich ein paar Leute, die mich bei der Umsetzung dieser Idee unterstützten. Heute gibt es dieses Forum und über 5000 User haben einen Platz gefunden, wo sie ihre Sorgen und Nöte los werden können und darüber hinaus auch verstanden werden.
Liebe Grüße
Patrick Popelka
alias ramfresser