335 Jahre herrschte Krieg und keiner wusste es?

Der Dreihundertfünfunddreißigjährige Krieg:
Ein Krieg ohne einen Schuss, ohne Verletzte, ohne Tote und vergessen von der Bürokratie.
Die Geschichte der menschlichen Konflikte ist weitgehend eine Chronik von Zerstörung, strategischen Manövern, geopolitischen Verschiebungen und unermesslichem Leid. Wenn Historiker über Kriege schreiben, analysieren sie meist Truppenbewegungen, wirtschaftliche Erschöpfung, technologische Innovationen der Rüstungsindustrie und die fatalen Folgen von Schlachten. Es gibt jedoch eine bemerkenswerte Ausnahme, die völlig aus diesem Raster fällt: der sogenannte Dreihundertfünfunddreißigjährige Krieg zwischen den Niederlanden und den Scilly-Inseln.
Dieser Konflikt erstreckte sich über mehr als drei Jahrhunderte, forderte jedoch keinen einzigen Verletzten, sah keinen einzigen abgefeuerten Schuss und hinterließ keinerlei Spuren der Verwüstung. Er existierte fast ausschließlich auf dem Papier – ein bürokratisches Relikt, das durch die Wirren der Weltgeschichte rutschte, Jahrhunderte überdauerte und schließlich durch ein Stück diplomatischen Pragmatismus beendet wurde. Um zu verstehen, wie es zu diesem skurrilen Zustand kommen konnte, muss man tief in das 17. Jahrhundert eintauchen, in eine Zeit, in der das europäische Machtgefüge von religiösen und bürgerlichen Unruhen erschüttert wurde.
Die Wurzeln des Konflikts: Der Englische Bürgerkrieg
Um die Logik – oder vielmehr die Unlogik – dieses Krieges zu begreifen, ist ein Blick auf den Englischen Bürgerkrieg (1642–1651) unerlässlich. In diesem brutalen internen Konflikt standen sich zwei unversöhnliche Lager gegenüber: auf der einen Seite die Royalisten (auch "Cavaliers" genannt), die bedingungslos treu zum absolutistischen Herrschaftsanspruch von König Karl I. standen. Auf der anderen Seite agierten die Parlamentarier (die "Roundheads") unter der Führung von Oliver Cromwell, die eine Republik anstrebten und die Macht des Monarchen drastisch beschneiden wollten.
Dieser Krieg tobte nicht nur auf dem britischen Festland, sondern hatte massive Auswirkungen auf die umliegenden Seewege und die internationalen Beziehungen. Die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen (die heutigen Niederlande) befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer strategisch komplexen Lage. Einerseits hatten die Niederländer gerade erst im Westfälischen Frieden von 1648 ihre Unabhängigkeit von Spanien nach dem Achtzigjährigen Krieg endgültig besiegelt. Sie waren als junge, dynamische Seemacht auf stabile Handelswege angewiesen.
Die niederländische Führung entschied sich schließlich, die Parlamentarier unter Cromwell zu unterstützen. Die Motivation dahinter war pragmatischer Natur: Cromwells Fraktion kontrollierte die wichtigsten englischen Häfen und die wirtschaftlichen Zentren des Landes. Eine Allianz mit den voraussichtlichen Siegern des Bürgerkriegs schien den niederländischen Handelsinteressen am besten zu dienen.
Die Scilly-Inseln als Piratennest der Royalisten
Gegen Ende der 1640er Jahre wendete sich das Blatt im Bürgerkrieg endgültig zugunsten der Parlamentarier. König Karl I. wurde 1649 öffentlich hingerichtet, und die Reste der royalistischen Armee wurden auf dem Festland sukzessive aufgerieben. Die königstreue Flotte jedoch, die immer noch eine ernstzunehmende maritime Kraft darstellte, weigerte sich aufzugeben. Unter dem Kommando von Prinz Ruprecht von der Pfalz zogen sich die royalistischen Schiffe zurück und suchten nach einer strategisch günstigen Basis, von der aus sie den Kampf fortsetzen konnten.
Diese Basis fanden sie auf den Scilly-Inseln, einer kleinen, stürmischen Inselgruppe etwa 45 Kilometer vor der Südwestspitze Cornwalls. Die Inseln wurden von Sir John Grenville verwaltet, einem überzeugten Royalisten. Die geografische Lage der Scilly-Inseln war ideal für die Zwecke der verbliebenen königlichen Flotte: Sie lagen direkt an den Haupthandelsrouten, die in den Ärmelkanal und die Keltische See führten.
Da es den Royalisten an Finanzmitteln und Nachschub mangelte, gingen sie schnell zu einer Praxis über, die man im Grunde als staatlich sanktionierte Piraterie bezeichnen kann. Sie kaperten systematisch Handelsschiffe, die die Gewässer passierten. Da die Niederlande mit den Parlamentariern verbündet waren, wurden niederländische Frachter zu einem primären Ziel dieser Angriffe. Die Verluste für die niederländische Kaufmannschaft waren immens. Wertvolle Frachten wurden beschlagnahmt, Schiffe beschädigt oder versenkt, und die Besatzungen gerieten in Gefangenschaft. Für die niederländische Republik war dieser Zustand auf Dauer untragbar.
Der Auftritt von Admiral Tromp und die Kriegserklärung
Im Frühjahr 1651 beschloss die niederländische Führung, Stärke zu zeigen. Sie entsandte eine imposante Flotte unter dem Kommando von Admiral Maarten Harpertszoon Tromp, einem der fähigsten und bekanntesten Seestrategen seiner Zeit. Tromps expliziter Auftrag war es, die Sicherheit der niederländischen Handelsschiffe in den Gewässern um Cornwall und die Scilly-Inseln wiederherzustellen. Zudem sollte er von den Royalisten auf den Inseln eine angemessene Entschädigung für die geraubten Güter und die zerstörten Schiffe fordern.
Admiral Tromp traf mit seinen Kriegsschiffen vor den Scilly-Inseln ein und suchte den diplomatischen Kontakt mit Sir John Grenville. Die niederländischen Forderungen nach Reparationen waren massiv, doch die Royalisten dachten gar nicht daran, darauf einzugehen. Ihre Kassen waren leer, und ein Einlenken gegenüber einer ausländischen Macht, die mit ihren schlimmsten Feinden verbündet war, kam für die stolzen Royalisten nicht infrage. Grenville wies die Forderungen rundweg ab.
Tromp stand nun vor einem diplomatischen und rechtlichen Dilemma. Da weite Teile Englands bereits fest in der Hand der Parlamentarier waren und die Niederlande mit dieser neuen englischen Regierung in Frieden lebten, konnte er nicht einfach England als Ganzem den Krieg erklären. Das hätte die Allianz mit Cromwell zerstört. Die Aggression und die Schäden gingen jedoch eindeutig von der royalistischen Basis auf den Scilly-Inseln aus.
Aus diesem Grund griff Tromp zu einem ungewöhnlichen völkerrechtlichen Instrument: Er erklärte im **April 1651** spezifisch den Scilly-Inseln den Krieg. Da die Inseln zu diesem Zeitpunkt als eine Art quasi-unabhängiges, royalistisches Territorium agierten, war dies aus damaliger Sicht eine logische Abgrenzung, um den Konflikt lokal zu begrenzen.
Die Wendung der Ereignisse und das große Vergessen
Kurz nach dieser formellen Kriegserklärung überschlugen sich die Ereignisse, allerdings ganz anders, als Admiral Tromp es wohl erwartet hatte. Die Parlamentarier unter Oliver Cromwell sahen das resolute Auftreten der niederländischen Flotte in ihren Heimatgewässern mit wachsendem Misstrauen. Sie wollten auf keinen Fall, dass eine ausländische Macht strategisch wichtige Inseln vor der englischen Küste eroberte oder dort dauerhaft Einfluss gewann.
Cromwell handelte schnell. Er entsandte eine eigene, Überlegene Streitmacht unter dem Kommando von Admiral Robert Blake, einem der brillantesten Taktiker der parlamentarischen Flotte. Blakes Auftrag war klar: Er sollte die Scilly-Inseln einnehmen und die royalistische Bedrohung ein für alle Mal ausschalten, bevor die Niederländer es taten.
Im Juni 1651 erreichten Blakes Truppen die Inseln. Angesichts der überwältigenden Übermacht der parlamentarischen Belagerer und der gleichzeitigen Präsenz der niederländischen Schiffe vor der Küste erkannte Sir John Grenville die Aussichtslosigkeit seiner Lage. Nach kurzen Verhandlungen kapitulierte die royalistische Garnison. Die Scilly-Inseln wurden kampflos an die Truppen Cromwells übergeben und damit wieder vollständig in das englische Staatsgefüge eingegliedert.
Für Admiral Tromp und die niederländische Flotte hatte sich das Problem damit erledigt. Die Piraterie der Royalisten war gestoppt, die Schiffe der Krone waren entwaffnet oder abgezogen, und die Inseln befanden sich nun unter der Kontrolle einer befreundeten Regierung. Da keine Notwendigkeit mehr für militärische Aktionen bestand, befahl Tromp den Abzug seiner Flotte. Die niederländischen Schiffe segelten heimwärts, ohne dass ein einziger Kanonenschuss auf die Inseln abgefeuert worden war.
Hier setzte nun der entscheidende bürokratische Fehler an: Da die Scilly-Inseln nun wieder Teil des parlamentarischen Englands waren, gingen die Niederländer schlicht davon aus, dass mit den allgemeinen Verträgen und Absprachen mit Cromwells Regierung auch alle lokalen Streitigkeiten beigelegt seien. Es wurde jedoch versäumt, ein separates, offizielles Dokument aufzusetzen, das den spezifisch erklärten Kriegszustand zwischen den Niederlanden und den Scilly-Inseln formell für beendet erklärte.
In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten änderte sich die geopolitische Landkarte dramatisch. Es folgten die Englisch-Niederländischen Seekriege, die Glorreiche Revolution von 1688, bei der der niederländische Statthalter Wilhelm von Oranien den englischen Thron bestieg, und schließlich die Weltkriege des 20. Jahrhunderts. Der winzige, vergessene Flecken Papier aus dem Jahr 1651 ruhte derweil ungestört in den Archiven.
Die Wiederentdeckung durch einen lokalen Historiker
Dass dieser Zustand nicht bis in alle Ewigkeit andauerte, ist der Neugier und dem historischen Interesse eines einzelnen Mannes zu verdanken: Roy Duncan. In den 1980er Jahren war Duncan nicht nur ein leidenschaftlicher Historiker, sondern auch der Ratsvorsitzende (*Chairman of the Council*) der Scilly-Inseln. Während seiner Recherchen in den lokalen Archiven und historischen Aufzeichnungen stieß er immer wieder auf die Berichte über die Ereignisse des Jahres 1651. Er begann sich intensiv mit der Frage zu beschäftigen, ob die damals von Admiral Tromp ausgesprochene Kriegserklärung jemals durch ein offizielles Dokument annulliert worden war.
Duncan schrieb an die niederländische Botschaft in London, um die Angelegenheit zu überprüfen. Er bat die dortigen Archivare, in den staatlichen Dokumenten in Den Haag nachzuforschen, ob es Aufzeichnungen über einen Friedensvertrag mit den Scilly-Inseln gäbe. Die Antwort aus den Niederlanden war ebenso überraschend wie amüsant: Man fand keinerlei Dokumente, die das Ende dieses spezifischen Konflikts belegten. Aus rein völkerrechtlicher Sicht, so stellte sich heraus, befand sich die kleine Inselgruppe im Atlantik seit über 330 Jahren im Kriegszustand mit einer der bedeutendsten Kulturnationen Europas.
Obwohl diese Erkenntnis keinerlei praktische Auswirkungen auf den Alltag der Inselbewohner oder die Außenpolitik der Niederlande hatte – es gab weder Handelsboykotte noch militärische Spannungen –, sah Roy Duncan hierin eine wunderbare Gelegenheit. Er wollte dieses historische Kuriosum nutzen, um die Aufmerksamkeit auf die Scilly-Inseln zu lenken, den Tourismus anzukurbeln und gleichzeitig ein Zeichen für den Frieden und die europäische Freundschaft zu setzen.
Der Friedensschluss von 1986: Ein diplomatisches Fest
Duncan setzte sich mit dem damaligen niederländischen Botschafter in Großbritannien, Jonkheer Rein Huydecoper, in Verbindung und schlug vor, diesem jahrhundertealten Zustand ein offizielles und feierliches Ende zu setzen. Huydecoper, der für seinen Humor und Sinn für historische Anekdoten bekannt war, stimmte dem Vorschlag sofort zu.
Am 17. April 1986 reiste der Botschafter persönlich auf die Scilly-Inseln. Die Ankunft des Diplomaten wurde von den Inselbewohnern wie ein Staatsbesuch zelebriert. Die Straßen waren geschmückt, und die lokale Bevölkerung versammelte sich, um Zeuge dieses historischen Moments zu werden. Im Rathaus von St. Mary’s, der Hauptinsel der Gruppe, setzten Rein Huydecoper und Roy Duncan ihre Unterschriften unter einen offiziellen Friedensvertrag.
Damit wurde der Kriegszustand nach exakt 335 Jahren formell beendet. Die Zeremonie war von einer heiteren und ironischen Atmosphäre geprägt. Der niederländische Botschafter hielt eine viel beachtete Rede, in der er sich scherzhaft bei den Inselbewohnern entschuldigte. Er betonte, wie grausam es für die Bevölkerung gewesen sein müsse, über drei Jahrhunderte hinweg in der ständigen Gewissheit zu leben, dass jeden Moment eine niederländische Invasionsflotte am Horizont auftauchen könnte, um die Inseln anzugreifen. Er fügte hinzu: „Es muss ein enormer Erleichterungsschlag für Sie alle sein, zu wissen, dass Sie jetzt wieder sicher schlafen können.“
Der Friedensvertrag von 1986 ging als eines der charmantesten Beispiele für moderne Diplomatie in die Geschichte ein. Er zeigte, dass das Völkerrecht zwar strengen Regeln folgt, aber durch menschlichen Verstand und Humor eine humorvolle Wendung erfahren kann.
Historische Analyse: War es überhaupt ein echter Krieg?
Aus der Perspektive moderner Geschichtswissenschaftler wirft der Dreihundertfünfunddreißigjährige Krieg einige interessante Fragen auf. Die wichtigste und am häufigsten diskutierte Frage lautet: War dieser Krieg völkerrechtlich überhaupt gültig? Viele Historiker argumentieren, dass die Kriegserklärung von Admiral Tromp von Anfang an rechtlich auf extrem wackligen Beinen stand. Es gibt dafür mehrere Gründe:
Die Befugnis zur Kriegserklärung: Nach den damaligen Gesetzen der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen lag das Recht, einen Krieg zu erklären, ausschließlich bei den Generalstaaten – dem obersten legislativen und exekutiven Organ der Niederlande. Ein Admiral der Flotte, und sei er noch so berühmt und einflussreich wie Maarten Tromp, besaß formell nicht die Autorität, im Namen des gesamten Staates einen Krieg vom Zaun zu brechen. Seine Aktion vor den Scilly-Inseln war eher eine taktische Drohung, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, als ein völkerrechtlich bindender Staatsakt.
Die Souveränität des Gegners: Ein Krieg kann im klassischen Sinne des Völkerrechts nur zwischen souveränen Staaten oder zumindest klar definierten, unabhängigen politischen Entitäten geführt werden. Die Scilly-Inseln waren jedoch niemals ein eigener Staat. Sie waren und sind ein integraler Bestandteil des englischen Territoriums. Dass sie im Frühjahr 1651 von einer abtrünnigen royalistischen Fraktion kontrolliert wurden, änderte nichts an ihrem völkerrechtlichen Status als britisches Hoheitsgebiet. Als die Parlamentarier die Inseln zurückeroberten, erlosch jede theoretische Eigenständigkeit der dortigen Verwaltung sofort.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Kriegserklärung im Jahr 1651 eine gewisse Relevanz hatte, so argumentieren Rechtsexperten, dass der Kriegszustand spätestens mit dem Vertrag von Westminster im Jahr 1654 implizit beendet wurde. Dieser Vertrag besiegelte das Ende des Ersten Englisch-Niederländischen Krieges. Da die Scilly-Inseln zu diesem Zeitpunkt längst wieder vollständig zu England gehörten, waren sie automatisch in diesen umfassenden Friedensschluss zwischen den beiden Nationen eingeschlossen.
Warum also hat der Friedensschluss von 1986 dennoch stattgefunden? Die Antwort liegt im Unterschied zwischen strenger juristischer Dogmatik und der Pflege historischer Traditionen. Für die Niederlande und die Scilly-Inseln spielte es keine Rolle, ob der Krieg vor Gericht Bestand gehabt hätte. Es ging um das Feiern einer gemeinsamen, kuriosen Geschichte und darum, zu zeigen, dass selbst die längsten Missverständnisse der Geschichte ein friedliches und freundschaftliches Ende finden können.
Die Bedeutung von Kuriositäten in der Geschichtsschreibung
Der Dreihundertfünfunddreißigjährige Krieg ist kein Einzelfall in der Weltgeschichte. Es gibt immer wieder Berichte über Kriege, die aufgrund von bürokratischen Versäumnissen oder dem Vergessen von Verträgen über Jahrhunderte hinweg andauerten. Ein bekanntes Beispiel ist der Konflikt zwischen der spanischen Stadt Huéscar und Dänemark, der während der napoleonischen Kriege ausgerufen und erst nach 172 Jahren im Jahr 1981 offiziell beendet wurde – ebenfalls ohne dass ein einziger Schuss fiel. Auch der vermeintliche Kriegszustand zwischen Rom und Karthago, der symbolisch erst 1985 durch die Bürgermeister der beiden Städte beigelegt wurde, schlägt in eine ähnliche Kerbe.
Diese Geschichten erfüllen eine wichtige Funktion in unserem Verständnis von Geschichte. Sie brechen die oft düstere und von Tragödien dominierte Erzählung der Menschheit auf und bringen ein Element der Leichtigkeit und des Humors hinein. Sie führen uns vor Augen, dass Geschichte nicht nur von unerbittlichen Gesetzen, ökonomischen Zwängen und ideologischen Kämpfen bestimmt wird, sondern sehr oft von purem Zufall, menschlicher Vergesslichkeit und den Eigenheiten der Bürokratie.
Für die Scilly-Inseln war das Jahr 1986 ein Segen. Die kleine Inselgruppe, die heute vor allem für ihre unberührte Natur, ihr mildes Mikroklima und ihre exportierten Narzissen bekannt ist, erlangte durch die Unterzeichnung des Friedensvertrags weltweite Medienpräsenz. Bis heute ist die Geschichte des 335-jährigen Krieges ein fester Bestandteil des lokalen Erbes und wird Touristen aus aller Welt mit Stolz und einem Augenzwinkern erzählt.
Fazit: Ein Denkmal für den Frieden
Wenn man heute auf den Scilly-Inseln steht und auf den Atlantischen Ozean blickt, erinnert absolut nichts mehr an die turbulenten Tage des Jahres 1651. Die alten Befestigungsanlagen, die einst von Sir John Grenville verteidigt und von Admiral Blake belagert wurden, sind heute malerische Ruinen, die von Flechten überwuchert sind und von Wanderern besucht werden.
Der Dreihundertfünfunddreißigjährige Krieg bleibt als eine der skurrilsten Fußnoten der Weltgeschichte im Gedächtnis. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass manche Konflikte am besten dadurch gelöst werden, dass man sie einfach vergisst – und dass es manchmal Jahrhunderte dauern kann, bis die Bürokratie mit der Realität des Friedens Schritt hält.
Er ist ein lebendiges Denkmal dafür, dass der beste Ausgang eines Krieges immer noch derjenige ist, bei dem die Waffen für immer stumm bleiben, kein Blut vergossen wird und am Ende zwei ehemalige Kontrahenten bei einem Glas Wein im Rathaus zusammenkommen, um über die Absurdität ihrer eigenen Geschichte zu lachen.
