Mein Kampf auf der ITS - Teil 1

Triggeralarm: Vorsicht dieser Text beinhaltet “Sarkasmus“ und “Schwarzen Galgenhumor“.
Mein kleiner Ausflug in die Stroke Unit, man hat ja sonst nichts vor im Leben. ;-)
Die zwei Jahre vor dem 11. April 2006 waren – nun ja – ein Fest der Kopfschmerzen. Mein persönlicher Dauergast im Kopf, quasi der ungebetene Mitbewohner, der nie wieder auszieht. In den letzten sechs bis acht Wochen davor habe ich es nicht einmal mehr geschafft, auch nur einen Tag ohne diesen “Freund“ zu verbringen.
Kopfschmerztabletten waren irgendwann so normal wie Brot und Nudeln: morgens, mittags, abends – quasi mein neues Grundnahrungsmittel. Am 11. April stapfte ich dann wie so oft Richtung Apotheke, als mich mitten auf dem Weg plötzlich das Gefühl erwischte: Oh, da will wohl jemand mein Mageninhalt-Exklusiv-Dinner sehen.
Also wieder zurück in die Wohnung. Und da war er, dieser unverschämte Verdacht: Das hier ist keine Migräne mehr. Das ist Premiumklasse. Ich holte meinen Kumpel Michael ans Telefon und orderte den Begleitservice ins Krankenhaus. Sporttasche gepackt, Taxi bestellt und wer weiß, vielleicht bleib ich da ja etwas länger.
Im Taxi wurde es dann ganz offiziell: Eine spontane Magen-Performance, und währenddessen mein innerer Monolog: “Hm, Hirnblutung? Schlaganfall? Tumor? Ach, warum sich festlegen, das Leben ist ja spannender als jede Arztserie.“
Als im Krankenhaus die Empfangsschwester meinen Verdacht gehört hatte, wirkte sie so begeistert, als hätte sie gerade ein verschimmeltes Überraschungsei geöffnet. Zack, Schockraum, ein paar Fragen, anschließend CT.
Da ich das Kontrastmittel nicht vertrug, habe ich die Radiologie gleich noch mit einer kostenlosen Reinigungseinlage gesegnet. Danach ab in den kleinen Warteraum. Auf der anderen Seite des Vorhangs lag ein älterer Herr und wartete auf seine persönliche Kardiologie-Promo-Tour.
Kaum war er weg, kam ein Zivi vorbei: “Soll ich den Raum abdunkeln?“ und “Eispack für den Kopf gefällig?“. Da wusste ich: Wenn die schon anfangen, mir Wellnessangebote zu machen, dann ist das kein Schnupfen.
Minuten später rannte draußen gefühlt das halbe Krankenhauspersonal in grünen Kitteln vorbei. Durch die offene Tür sah ich ernste Gesichter, und mein erster Gedanke: “Super, die planen bestimmt gerade meinen Notfall-Tumor-OP-Blockbuster.“ Dann sprang die Schiebetür meines Raum wie im Actionfilm auf, und ein ganzer Schwarm Ärzte flog herein, mit Blicken, die alles sagten.
Meine erste Reaktion: “Wow, ein Patient und so viele Ärzte! Wenn die Krankenkasse das nicht zahlt, bin ich sowas von pleite.“ Dem Doktor an der Spitze der Gruppe, sagte ich: “Hey Dok, gerade heraus bitte.“ Er sagte: “Diagnose: akute Hirnblutung.“ Meine erste Reaktion: “Na Bingo.“
Der Rest vom geplanten Text folgt später irgendwann in der Zukunft. :-)
FG Patrick
